Ertragslage des Demag Cranes Konzerns

Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) betrug im Geschäftsjahr 2010/2011 43,9 Mio. EUR nach 50,2 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2009/2010.

Der Vorstand verwendet zur Steuerung des Konzerns als Kerngröße das operative EBIT. Bei der Berechnung des operativen EBIT werden insbesondere Effekte von Abschreibungen auf Zeitwertdifferenzen, die sich als Folge der Übernahme von Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen zum beizulegenden Zeitwert ergeben, wieder eliminiert. Des Weiteren werden Einmaleffekte wie zum Beispiel Abfindungen und Restrukturierungsaufwendungen herausgerechnet.

Auf Konzernebene konnten wir im Geschäftsjahr 2010/2011 ein operatives EBIT in Höhe von 75,7 Mio. EUR erwirtschaften. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung von 39,7 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahres (54,2 Mio. EUR).

  01. Oktober bis 30. September

in Mio. EUR
2010/2011 2009/2010 2008/2009
Konzern-EBIT 43,9 50,2 –12,6 % 13,2
Operative Anpassungen 31,8 4,0   54,4
Davon        
Abschreibungen auf Zeitwertdifferenzen 1,2 1,6   1,6
Abfindungskosten   3,7
Integrationskosten 0,2 2,3  
Refinanzierungskosten 1,8 0,6  
Kosten im Zusammenhang mit
dem Übernahmeangebot durch
die Terex Industrial Holding AG
28,4  
Sonstiges 0,3 –0,6   49,0
Operatives Konzern-EBIT 75,7 54,2 39,7 % 67,6
Davon        
Industriekrane 10,8 4,8 125,4 % 29,7
in % vom Umsatz 2,2 1,1   5,4
Hafentechnologie 9,2 0,6 1.453,8 % –14,8
in % vom Umsatz 3,8 0,3   –7,3
Services 66,2 58,3 13,5 % 60,2
in % vom Umsatz 19,8 19,4   20,2
Zentrale Holdingkosten/Demag Cranes AG –10,5 –9,5 10,3 % –7,5

Excel-Tabelle herunterladen
Excel-Tabelle im Downloadcenter merken

Im Berichtszeitraum wurden operative Anpassungen bis zum EBIT in Höhe von 31,8 Mio. EUR vorgenommen. Diese entfielen mit 28,4 Mio. EUR im Wesentlichen auf Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme durch Terex. Sie verteilen sich auf die nachfolgenden Sachverhalte wie folgt:

  • 19,9 Mio. EUR Aufwendungen für Beratungsleistungen im Rahmen der Prüfung des Übernahmeangebots.
  • 2,8 Mio. EUR Rückstellungen für Abfindungsansprüche. Nach der am 16. Juni 2011 zwischen der Demag Cranes AG und der Terex Industrial Holding AG unterzeichneten Vereinbarung über die Fortführung von Unternehmen (Business Combination Agreement) werden die Bereiche Interne Revision, Investor Relations, Treasury und Versicherungen der Demag Cranes AG infolge des eingeleiteten Unternehmenszusammenschlusses eingestellt und beendet. Den von dieser Maßnahme betroffenen Mitarbeitern steht ein Abfindungsanspruch zu.
  • 5,7 Mio. EUR Aufwendungen für Ausgleichszahlungen an Mitglieder des Vorstands durch Ausübung des Sonderkündigungsrechts im Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel bei der Demag Cranes AG.

Das operative EBIT verteilt sich wie folgt auf die Segmente:

Im Segment Industriekrane konnten wir unser operatives EBIT im Vorjahresvergleich mehr als verdoppeln. Im Wesentlichen als Folge der im Vorjahresvergleich höheren Umsatzvolumina erzielten wir im Geschäftsjahr 2010/2011 ein operatives EBIT in Höhe von 10,8 Mio. EUR, im Geschäftsjahr 2009/2010 hatte es noch 4,8 Mio. EUR betragen. Einen positiven Beitrag hierzu leistete ebenfalls der Produktmix. Die operative EBIT-Marge betrug 2,2 Prozent.

Im Segment Hafentechnologie erhöhte sich das operative EBIT von 0,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2009/2010 auf 9,2 Mio. EUR im Berichtszeitraum. Hierzu haben hauptsächlich das deutlich höhere Umsatzvolumen, die als Folge der Restrukturierung deutlich verbesserte Kostenbasis sowie die Verbesserung der Auslastung der Fertigungskapazitäten unseres Werks in Düsseldorf-Benrath beigetragen. Die operative EBIT-Marge im Segment Hafentechnologie lag bei 3,8 Prozent.

Das operative EBIT des Segment Services stieg – verglichen mit dem Geschäftsjahr 2009/2010 – von 58,3 Mio. EUR auf 66,2 Mio. EUR. Ursächlich für die Entwicklung waren zum einen das Ersatzteilgeschäft, zum anderen das starke Modernisierungsgeschäft im vierten Geschäftsquartal, da unsere Kunden Modernisierungsarbeiten in der Regel in den Betriebsferien während der Sommermonate durchführen. Die operative EBIT-Marge betrug 19,8 Prozent und lag damit wieder im Zielmargenkorridor von rund 20 Prozent für dieses Segment.

Das operative Konzern-EBITDA stieg im Geschäftsjahr 2010/2011 um 29,9 Prozent auf 96,6 Mio. EUR (Vorjahr: 74,3 Mio. EUR).

  01. Oktober bis 30. September

in Mio. EUR
2010/2011 2009/2010 2008/2009
Operatives Konzern-EBIT 75,7 54,2 39,7 % 67,6
Operative planmäßige
Abschreibungen/Wertminderungen
20,9 20,2 3,5 % 21,9
Operatives Konzern-EBITDA 96,6 74,3 29,9 % 89,5

Excel-Tabelle herunterladen
Excel-Tabelle im Downloadcenter merken

Die nachfolgende Tabelle enthält eine Übersicht über die wesentlichen Kostenpositionen des Konzerns. In der Spalte „Operativ“ werden die Funktionskosten um operative Anpassungen bereinigt dargestellt. Die genaue Aufschlüsselung der operativen Anpassungen finden Sie in der Überleitung des Konzern-EBIT zum operativen EBIT.

  01. Oktober bis 30. September
  2010/2011 2009/2010

in Mio. EUR
Reported Operativ Reported Operativ
Herstellungskosten –754,2 –754,5 –686,3 –680,3
in % vom Umsatz 71,0 71,0 73,7 73,1
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten –253,6 –221,6 –186,0 –188,4
in % vom Umsatz 23,9 20,9 20,0 20,2
Davon        
Vertriebskosten –152,1 –152,1 –126,4 –127,4
in % vom Umsatz 14,3 14,3 13,6 13,7
Allgemeine Verwaltungskosten –101,5 –69,5 –59,5 –61,0
in % vom Umsatz 9,6 6,5 6,4 6,6
Forschungs- und Entwicklungskosten –16,3 –16,1 –16,9 –16,5
in % vom Umsatz 1,5 1,5 1,8 1,8
Personalaufwand –375,6 –368,4 –324,2 –329,4
in % vom Umsatz 35,4 34,7 34,8 35,4

Excel-Tabelle herunterladen
Excel-Tabelle im Downloadcenter merken

Das nachfolgende Schaubild stellt die wesentlichen Kostenpositionen nochmals grafisch dar:

Struktur der wesentlichen Kostenpositionen

Die Herstellungskosten sind im Geschäftsjahr 2010/2011 um 67,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert von 686,3 Mio. EUR auf 754,2 Mio. EUR gestiegen. Ursächlich hierfür war das höhere Umsatzvolumen. Im Verhältnis zum Umsatz sanken die Herstellungskosten von 73,7% auf 71,0%.

Die Vertriebskosten lagen im Geschäftsjahr 2010/2011 mit 152,1 Mio. EUR um 25,7 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 126,4 Mio. EUR. Ihr Anteil am Konzernumsatz bewegte sich mit 14,3 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.

Die Verwaltungskosten des Demag Cranes Konzerns stiegen im Geschäftsjahr 2010/2011 um 42,0 Mio. EUR auf 101,5 Mio. EUR. Ursächlich für diesen deutlichen Anstieg waren die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme durch die Terex Industrial Holding AG. Ohne Berücksichtigung dieser Aufwendungen sind die allgemeinen Verwaltungskosten von 61,0 Mio. EUR auf 69,5 Mio. EUR gestiegen. Im Verhältnis zum Umsatz blieben sie jedoch praktisch unverändert.

In Relation zum Umsatz sank der Forschungs- und Entwicklungsaufwand leicht von 1,8 Prozent auf 1,5 Prozent. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betreffen insbesondere Aktivitäten in den Segmenten Industriekrane und Hafentechnologie (siehe dazu auch das Kapitel „Entwicklung nicht-finanzieller Erfolgsfaktoren/Forschung und Entwicklung“).

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen lag im Geschäftsjahr 2010/2011 bei 2,5 Mio. EUR nach 4,1 Mio. EUR im Vorjahr. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus Währungseffekten.

Die Zinsen und ähnliche Erträge/Aufwendungen, netto, stiegen von –8,3 Mio. EUR im Vorjahr auf –11,9 Mio. EUR in der Berichtsperiode. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die höheren Zinssätze aus der bestehenden Rahmenkreditvereinbarung.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) des Demag Cranes Konzerns betrug im Geschäftsjahr 2010/2011 32,0 Mio. EUR (Vorjahr: 41,9 Mio. EUR). Die Verringerung resultiert hauptsächlich aus den Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme durch die Terex Industrial Holding AG.

Das operative Ergebnis nach Steuern lag im Berichtsjahr 2010/2011 bei 46,8 Mio. EUR, nach 30,5 Mio. EUR im Vorjahr.

  01. Oktober bis 30. September

in Mio. EUR
2010/2011 2009/2010 2008/2009
Ergebnis nach Steuern 6,5 27,8 –76,5 % 1,2
Operative Anpassungen 31,8 4,0   54,4
Davon        
Abschreibungen auf Zeitwertdifferenzen 1,2 1,6   1,6
Abfindungskosten   3,7
Integrationskosten 0,2 2,3  
Refinanzierungskosten 1,8 0,6  
Kosten im Zusammenhang mit
dem Übernahmeangebot durch
die Terex Industrial Holding AG
28,4  
Sonstiges 0,3 –0,6   49,0
Steuereffekte auf operative Anpassungen* –9,8 –1,2   –16,7
Operative Anpassungen auf Steuern 18,2 0,0   4,0
Operatives Ergebnis nach Steuern 46,8 30,5 53,4 % 42,8

* Steuersatz 30,7 Prozent.

Excel-Tabelle herunterladen
Excel-Tabelle im Downloadcenter merken

Bei der von Terex vollzogenen Übernahme von mehr als 50 Prozent der Aktien der Demag Cranes AG handelt es sich grundsätzlich um einen schädlichen Beteiligungserwerb nach § 8c Abs. 1 Satz 2 Körperschaftsteuergesetz (KStG), sodass die körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der Demag Cranes AG untergehen. Die Verschonungsregelung gemäß § 8c Abs. 1 Satz 6–8 KStG, wonach Verlustvorträge insoweit nicht untergehen, als in den erworbenen Anteilen an der Demag Cranes AG im Inland steuerpflichtige stille Reserven vergütet wurden, ist nicht anwendbar, da die Demag Cranes AG selbst über kein operatives Geschäft und über keine steuerlich relevanten stillen Reserven des Betriebsvermögens der Körperschaft verfügt. Insofern wurde eine Wertberichtigung auf die aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 17,5 Mio. EUR vorgenommen. Darüber hinaus wurden Anpassungen auf Steuern der Vorjahre in Höhe von 0,7 Mio. EUR erfasst.

Aus diesem Grund betrug der effektive Steuersatz im Geschäftsjahr 2010/2011 79,6 Prozent gegenüber 33,7 Prozent im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Das operative Ergebnis pro Aktie (operatives EPS) lag bei 2,21 EUR, nach 1,44 EUR im Vorjahr.

Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung

Vorstand und Aufsichtsrat der Demag Cranes AG werden der Hauptversammlung am 24. Februar 2012 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 0,78 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2010/2011 auszuschütten, für das Geschäftsjahr 2009/2010 wurden 0,60 EUR je Aktie ausgeschüttet.

Dies entspricht einem Dividendenbetrag von 16.514.934,54 EUR. Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von 54.623.233,00 EUR auf neue Rechnung vorzutragen (2009/2010: 63.052.413,34 EUR).

Servicefunktionen